Die Grundlagen der katholischen Gottes- und Soziallehre – der Integralismus

Basilica di Sant'Antonio da Padova

Pater Edmund Waldstein OCist (Heiligenkreuz, thejosias.com) erklärt in seinem Grundlagenvortrag das katholische Verständnis des Zusammenhangs von Gottesglauben und Politik, der als Integralismus wieder in der akademischen Diskussion präsent ist. Die Prinzipien: Alles Gute kommt von Gott, der selbst das höchste Gut und die höchste Weisheit ist; Er ist Anfang und Ziel aller Dinge. Dies impliziert und ermöglicht die rechte Ausrichtung und somit auch die rechte Ordnung der Dinge, die mit dem Begriff Gemeinwohl zusammengefasst wird. Eben dieses Verständnis wurde durch diverse moderne Irrlehren verwirrt, mit den Konsequenzen der Auflösung jeder gesellschaftlichen Ordnung.

Die Katholische Haltung in allen Dingen ist nicht so sehr das aut-aut, das entweder-oder, sondern das et-et, das sowohl-als-auch. Dies hat zur Konsequenz die Relativität der weltlichen und somit auch politischen Dinge. Das höchste Ziel des Menschen ist das Himmlische Jerusalem, in dem alle Hoffnungen erfüllt werden. Darum hat der Ewige einen Bund mit den Menschen geschlossen, aus dem sich eine Beauftragung ergibt, nämlich heilig zu werden. Die Kirche, die das Wort Gottes tradiert, ist Überbringerin einer Botschaft, die aufruft, die Wahrheit über den Menschen zu erkennen, die ihm der Schöpfer ins Herz geschrieben hat, und die im fleischgewordenen Wort Mensch geworden ist.

Die Wahrheit des Menschen besteht darin, seinem Wesen und seinen existentiellen Zielen (Überleben, Fortpflanzung, etc.) gemäß zu leben. Dazu gehört es gut, d.h. tugendhaft zu leben, jedoch auch an einem gemeinsamen Gut teilzunehmen. Das Gut des Staates ist das Gute des Einzelnen und des Ganzen. Dieses platonisch-aristotelische Verständnis wird im Christentum zweigeteilt, entsprechend der 2-Schwerter-Lehre Papst Gelasius‘: Es gibt eine zeitliche und geistliche Autorität, die gemeinsam zum irdischen Wohl und ewigen Seelenheil der Menschen wirken sollen. Christen sind selbst Könige, beten zu Jesus Christus als Hohepriester sowie König und beten auch für den irdischen König.

Hören Sie sich den Vortrag von Pater Edmund Waldstein vollständig an. 

Aus aktuellem Anlass: Pater Waldstein wurde vor Kurzem für seine Verdienste in einem Artikel der „liberalen“ und massiv subventionierten Wiener Zeitung Falter gewürdigt. Obzwar der Artikel suggestiv und tendenziös ist, einige Fehler enthält und ein fehlendes Wissen um die christliche Religion offenbart, hat er löblich das Werk des Mönches herausgearbeitet. Der Artikel bezog sich auf den katholischen Gemeinwohlgedanken und die beschränkten sowie nicht zufriedenstellen Alternativen zu Christentum und echter Moral. Es wurde auf die aktuelle Wirkung von Pater Edmund auf die amerikanischen Konservativen, u.a. auch rund um den Vizepräsidenten J.D. Vance, hingewiesen.