Die christliche Soziallehre befasst sich mit der ganzen Bandbreite des Zusammenlebens der Menschen. Sie wird als „Wissenschaft von der sittlich-rechtlichen Ordnung der Gesellschaft als Voraussetzung der Selbstverwirklichung des Menschen“ (Johannes Messner) definiert. Als theologische Ethik ist die christliche Sozialethik entweder Teilgebiet der Moraltheologie oder steht neben dieser. Ihr erstes Fundamant ist die biblische Offenbarung, daneben gibt es als Quelle das sogenannte Naturrechtsdenken, ein vernunftgemäßes Prinzipien- und Ordnungsdenken.

Die Schlagkraft und Wirksamkeit jeglicher christlichen Soziallehre ist in der Botschaft vom Reich Gottes zu suchen, in der Balance zwischen eschatologischem Realismus und immanenten Notwendigkeiten. Letztere wird immer nur Linderung der Not sein, nie völlige Lösung. Die Welt ist nicht so zu verbessern, dass wir hier und jetzt das Reich Gottes im Rahmen der Entfremdung bewirken können. Die Lösung ist und bleibt eschatologisch. Aber zur Linderung im Hier und Jetzt sind wir beauftragt – ebenso zur klaren prophetischen Verkündigung. Dazu helfe uns Gott!

Lesen Sie unsere Veröffentlichung zu den biblischen Fundamenten christlicher Soziallehre.