In dieser Studie über den Begriff Europa æterna soll versucht werden, die Frage nach dem Wesen Europas im Kontext des Begriffs Europa æterna zu beantworten. Die Antwort erfolgt im Kontext des strukturierten Ganzen Europas, d.h. im Hinblick auf seine Gestalt als Gefüge. Dabei wird zunächst die historische Entwicklung betrachtet, aber auch die Bedeutung des antiken Europamythos und des darauf aufbauenden christlichen Europabegriffs herausgearbeitet. So kann Europa – trotz gegenteiliger Eindrücke – vor allem als eine sich erneuernde Existenz, oder anders formuliert, als eine Opferexistenz beschrieben werden, die ihre rekonstruktive Kraft aus ihrem Scheitern bezieht. Die metaphysische Grundlage Europas beruht jedoch auf der Rahmenstruktur des Neuen an sich, was bedeutet, dass der Begriff Europa æterna letztlich metaphysischer Natur ist.
In diesem Zusammenhang wird der Begriff Mitteleuropa analysiert und einige Überlegungen zu Ungarn angestellt. Es wird der Frage nachgegangen, ob ein „Wesen Europas” existiert und, sofern dies der Fall ist, welche Charakteristika es aufweist. Selbstredend sind die Schwierigkeiten, die mit der Beantwortung dieser Frage einhergehen, bewusst. Die Frage, ob eine kollektive Bezeichnung wie „Europa” überhaupt als solche existiert sowie die Frage, ob eine Aussage über das Wesen eines solchen Kollektivs möglich ist, werfen die Problematik auf, ob den genannten Begriffen nicht etwas Spekulatives und Reduktionistisches anhaftet. Und auf den ersten Blick hat das Thema des Titels in der Tat einen gewissen spekulativen Unterton, der vielleicht auch eine Reduktion beinhaltet, denn wir haben es mit einem Ganzen zu tun.