László Gondos-Grünhut (1903-1962) war ein ungarisch‒deutscher Philosoph, dessen Karriere, die in Deutschland mit der Veröffentlichung von drei Büchern glänzend begann, durch die Geschichte zunichte gemacht wurde. Zunächst lehnte Martin Heidegger 1934 seinen Habilitationsantrag ab, dann konnte er aufgrund der Machtübernahme durch die Sowjetunion 1945 in Ungarn seine sich entwickelnde philosophische Laufbahn nicht fortsetzen. Im Jahr 1956 emigrierte er gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland und ließ sich dort nieder. Hier versuchte er, wieder Anschluss an das deutsche philosophische Leben zu finden, verstarb jedoch bald darauf.
Eine Auswahl seiner deutschsprachigen Schriften veröffentlichte Miklós Vető (Gondos-Grünhut László: Die Liebe und das Sein), später erschien eine Auswahl seiner Schriften auch in ungarischer Sprache. Gondos-Grünhuts Tochter Hildegard Meisl übergab die Manuskripte des Autors an Balázs M. Mezei mit dem Ziel, die Werke zu veröffentlichen. Der vorliegende Band ist der erste der Reihe. Was wir in diesem Buch finden, ist ein faszinierendes Zeugnis eines tiefreligiösen, metaphysisch denkenden Autors über Glauben, Hoffnung und die göttliche Wirklichkeit. Ein charakteristischer Satz von ihm lautet:
„Wir dürfen niemals vergessen, dass wir Seelen sind: Ewige Wanderer im Nichts und Sucher Gottes, die zu Seinen persönlichen Freunden werden können, sobald wir Ihn finden.“
» László Gondos-Grünhut: Die Philosophie der tiefen Beziehungen des Menschen zur Wirklichkeit
